Was ist Qi?

Was ist Qi?

 Qi (sprich: Tschi) wird oft übersetzt mit Lebensenergie, Kraft, Vitalität u.a..
Je nach Kulturkreis wird es auch bezeichnet als Ki (Japan), Prana (Hinduismus) o.a.

 

Nach den chinesischen Vorstellungen ist Qi für den Menschen lebensnotwendig. Ist kein Qi vorhanden, ist der Mensch tot. Andererseits hat jemand viel gutes Qi wenn er Vitalität, Kraft und Zufriedenheit ausstrahlt. In der Abbildung kannst du das chinesische Schriftzeichen für Qi sehen. Es stellt einen Topf mit ungekochtem Reis dar über dem Dampf aufsteigt

(Die Kraft, die beim Kochen von Reis entsteht).

In der chinesischen Philosophie ist es ein fest verankerter Begriff, aber kein deutsches Wort kann seine ganze Bedeutung ausdrücken.

 

Qi ist immer in Bewegung. Im menschlichen Körper durchdringt es in den Meridianen den gesamten Organismus und verbindet und versorgt darin alle Organe und Funktionen im Menschen mit dem nötigen Qi. Die Meridiane kannst du dir als Autobahnen vorstellen, in denen die Energie in einer bestimmen Richtung fließt. Kommt es zu einem Stau oder Blockade, kann das Qi nicht mehr richtig durchfließen und es kommt zu Schmerzen.

 

Spürbar wird Qi, wenn man beispielsweise die Handflächen in Brusthöhe schnell und fest aneinander reibt. Nach kurzer Zeit werden die Hände sehr warm oder sogar richtig heiß. Dann hält man die Hände in einem Abstand von etwa dreißig Zentimeter zueinander und bewegt sie langsam aufeinander zu. Jeder Mensch wird das Qi in unterschiedlicher Weise spüren. Es kann ein Wärmegefühl oder ein Prickeln entstehen, leichtes Brennen oder ein magnetisches Empfinden. Manchmal äußert sich Qi auch einfach nur in Entspannung und Wohlbehagen oder man fühlt sich wach und voller Energie und Tatendrang. Bei Kindern blitzt das Qi oft aus den Augen und man sagt: “Das ist ein echter Lausbub”.

Oder wir bemerken diese Energie erst, wenn sie uns fehlt. Wenn wir uns müde und ausgelaugt fühlen.

Ein sog. Mangel an Qi kann Symptome verursachen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit, kalte Hände

und Füße u.a.

 

Bei einer Stagnation des Qi-Flusses kommt es zu Spannungsgefühlen und Schmerzen oder Verspannungen

 

Und dann gibt es noch das rebellierende Qi, davon wird in der TCM gesprochen, wenn der normale Qi-Fluss in die

falsche Richtung läuft. Symptome sind beispielsweise Erbrechen oder Aufstoßen (Sodbrennen).

 

 

Aufgaben von Qi in unserem Körper:

 

  • Transportieren:

Qi transportiert Flüssigkeiten durch den Körper, Blut durch die Gefäße, Nahrung durch den Verdauungstrakt

 

 

  • Transformation:

     - Aufgenommene Nahrung wird zu Nahrungs-Qi

     - Nahrungs-Qi wird zu Blut und Körperflüssigkeiten

     - Körperflüssigkeiten werden in Harn umgewandelt und Nahrungsreste zu Stuhl

 

  • Stabilisieren und Festhalten:

Qi „hält alles in Ordnung“: Es hält das Blut in den Gefäßen, die Organe an ihrem rechten Platz. Es kontrolliert das Schwitzen, urinieren und den Stuhlgang.

 

  • Erwärmen:

Qi wärmt die verschiedenen Körperschichten und lässt die inneren Organe funktionieren. Wenn beispielsweise Haut und Muskeln durch einen Qi-Mangel nicht gewärmt werden, kommt es zu kalten Händen und Füßen.

 

  • Schützen:

Qi schützt den Körper an der Oberfläche gegen äußere pathogene Faktoren wie Wind oder Kälte. Eine besondere Form des Qi ist das Abwehr-Qi oder Wei-Qi. Es schützt vor allen störenden Einflüssen bioklimatischer und chemischer Art. In der TCM schützt das Wei-Qi auch vor Unfällen und Konflikten. Aus chinesischer Sicht ist es kein Zufall, wenn man angegriffen wird oder einen Unfall hat, sondern es liegt an einer Schwäche des Abwehr-Qi.

 

 

Und woher bekomme ich Qi?

 

Die Chinesen wissen um drei Quellen des Qi:

 

1. „Vorgeburtliches Qi“, Ursprungs-Qi (Jing-Qi) oder Essenz

 

Dieses Qi wird bei der Empfängnis von den Eltern auf das Kind übertragen. Umso vitaler und erholter die Eltern bei der Zeugung eines Kindes sind, desto besser ist auch die Gesundheit des Kindes. Es ist in Qualität und Quantität fixiert und kann daher nicht aufgefüllt werden. Es ist nur möglich es zu bewahren, gut zu nähren und es nicht zu "verschwenden". 

 

 

2. „Nachgeburtliches Qi“

 

Hier wird unterschieden in das Nahrungs-Qi (Gu-Qi), welches aus der Nahrung extrahiert wird und das Atmungs-Qi (Qing-Qi), das die Lunge aus der eingeatmeten Luft gewinnt. Aus dieser Kombination von Luft aus der Lunge und Nahrungs-Qi aus der Milz entsteht das Sammel-Qi oder Zong-Qi.

 

Diese drei Formen von Qi vermischen sich und produzieren das Normale Qi, das den ganzen Körper erfüllt. Es gibt „keinen Ort, an dem es nicht existiert, und keinen Ort, zu dem es nicht vordringt“ (Kaptchuk, Das große Buch der chinesischen Medizin).

 

 

Qi ist natürlich auch nach und während einer HOLISTIC PULSING-Sitzung in den einzelnen Körperbereichen oder im ganzen Körper zu spüren. Manchmal nimmt man es als eine gleichmäßige, wellenförmige Bewegung oder als starkes Strömen wahr, manchmal aber auch wie einen Stromstoß, der von einer Stelle aus, die gerade aktiviert wurde, in andere Teile des Körpers schießt.

 

 

Und? Hast du genug QI?

 

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